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14. Januar 2016

Organische Leuchtdioden im Fahrzeugbau

Organische Leuchtdioden (OLEDs) haben in den vergangenen Jahren in viele Branchen Einzug gehalten. Vor allem in der Automobilindustrie ist ihr Einsatz vielversprechend: Bei Audi stehen OLED-Rückleuchten kurz vor der Serieneinführung. Entsprechende Muster und den aktuellen Stand der Technik wird Audi auf dem LOPEC Kongress, der führenden Kommunikationsplattform für gedruckte Elektronik, präsentieren. Er findet von 5. bis 7. April 2016 in München statt. Schon heute jedoch verrät Stephan Berlitz, Leiter der Entwicklung Lichtfunktionen und Innovationen bei Audi in Ingolstadt, welche Anforderungen OLEDs für den Einsatz im Automobilbereich erfüllen müssen, wie er sich die Zukunft der Fahrzeugbeleuchtung vorstellt und was er sich von der LOPEC 2016 verspricht.


Herr Berlitz, Sie haben auf der LOPEC 2013 einen Vortrag zu organischen Leuchtdioden im Automobilbau gehalten. Was hat sich seitdem getan?

Sehr viel: Mit OLED-Rückleuchten stehen wir jetzt kurz vor der Serieneinführung, entsprechende Muster werden wir dieses Jahr auf der LOPEC zeigen. Mein Vortrag vor drei Jahren war in dieser Hinsicht übrigens sehr hilfreich. Daraus sind Kontakte entstanden, die uns entscheidend vorangebracht haben. Wir sind auf dem LOPEC Kongress auch jetzt wieder mit einem Plenarvortrag vertreten. Das bietet uns die optimale Chance zu zeigen, dass wir OLEDs einsetzen und deren Weiterentwicklung antreiben wollen.


Müssen OLEDs für Fahrzeuge höhere Ansprüche erfüllen als für andere Anwendungen?

Ja, es ist immer eine Herausforderung neue Technologien, wie hier im speziellen die OLEDs, auf die Anforderungen in der Automobilindustrie anzupassen. OLED-Tischlampen, auch Rauminstallationen für Museen, Restaurants und Clubs gibt es schon länger. Aber Autos fahren nicht in klimatisierten Räumen. OLEDs für den Fahrzeugbau müssen Kälte, Hitze und Feuchtigkeit, UV-Strahlung und ständige Vibrationen vertragen. All das kann die Lebensdauer verringern. Aber das Problem ist gelöst. Unsere OLEDs sind hermetisch verkapselt und so stabil, wie wir es von LEDs gewohnt sind.


Welche Vorteile besitzen OLEDs gegenüber LEDs, den klassischen Leuchtdioden?

Übliche Leuchtdioden sind Punktlichtquellen. Es ist nur mit erheblichem Entwicklungsaufwand möglich, damit eine einheitliche, flächige Beleuchtung zu erreichen. OLEDs hingegen sind Flächenstrahler, sie leuchten von alleine homogen – und das bei einer Dicke unter einem Millimeter. Außerdem sieht eine OLED nicht nur im Betrieb hochwertig aus, sondern dank ihrer klaren Fläche auch dann, wenn sie nicht leuchtet. Damit eignet sie sich perfekt für unsere Zwecke, denn das Design spielt für Audi-Kunden eine wichtige Rolle. Unsere Fahrzeuge sollen nicht nur von A nach B fahren, sie sollen einen Lebensstil zum Ausdruck bringen.


Auf dem LOPEC Kongress 2016 wird ihr Mitarbeiter Dr. Werner Thomas einen Plenarvortrag halten. Worüber wird er sprechen?

Herr Dr. Thomas wird den aktuellen Stand von OLEDs in der Fahrzeugbeleuchtung vorstellen, aber auch auf zukünftige Entwicklungen eingehen. Wenn die Lichtintensität von OLEDs weiter steigt, werden sie sich zukünftig auch als Blink- und Bremsleuchten eignen. Außerdem beschäftigen wir uns mit flexiblen OLEDs. Die glasbasierten OLEDs, die wir momentan verwenden, sind zwar flach, aber starr. OLEDs, die Kunststofffolien als Substrat nutzen, eröffnen den Designern ganz neue Gestaltungsspielräume. Auch dazu werden wir auf der LOPEC ein Muster zeigen.


Inwiefern treibt die LOPEC die Weiterentwicklung der OLED-Technologie und allgemein der gedruckten Elektronik an?

Das Schöne an der LOPEC ist die Bandbreite der dort vertretenen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Wir als Anwender nutzen das, um unsere Ansätze mit den Spezialisten, mit den Materialentwicklern und OLED-Herstellern, zu diskutieren. Anderswo kommen wir mit solchen Experten nicht so leicht in Kontakt. Wir werden auf der LOPEC also unsere Ideen vorstellen und hoffen, dass jemand sagt: Wenn ihr das und das benötigt, dann sollten wir vielleicht in diese oder jene Richtung forschen.


Wenn Sie noch weiter in die Zukunft blicken: Wie sieht ihre Vision der Fahrzeugbeleuchtung aus?

In den nächsten 10 bis 15 Jahren werden wir Innovationen in der Fahrzeugbeleuchtung erleben, die wir uns heute kaum vorstellen können. Die Beleuchtungseinrichtungen am Fahrzeug dienen jetzt schon zur Kommunikation – denken Sie an die Brems- und Blinkleuchten, an die Warnblinkanlage und so weiter – und die selbstfahrenden Autos von morgen müssen noch stärker mit anderen Verkehrsteilnehmern interagieren. Eine Vision von uns ist daher ein dreidimensionales OLED-Display, das sich über das komplette Heck zieht. Wir beschäftigen uns auch damit, OLED-Beschichtungen direkt auf das Karosserieblech aufzutragen oder OLEDs in die Scheiben zu integrieren. Bis zum Serieneinsatz ist aber noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten.


Mit welchen Wünschen und Fragen werden Sie zur LOPEC reisen?

Wie gesagt, der Automobilbau stellt hohe Anforderungen an die Lichttechnik. Rote OLEDs, die unsere Ansprüche hinsichtlich Intensität und Stabilität erfüllen, gibt es schon. Gelbe werden wohl als nächstes kommen. Wir wünschen uns auch ein hochwertiges Weiß. Wenn es im Lauf der Zeit einen Grünstich bekommt, dann genügt es unserem Premium-Anspruch bei Audi nicht mehr. Für die Innenbeleuchtung brauchen wir ebenfalls eine größere Farbpalette. Als Frontscheinwerfer eignen sich OLEDs wegen ihrer geringeren Intensität eher nicht, aber im Heckbereich und im Interieur können sie wundervolle Anwendungen möglich machen. Wie lassen sich unsere Ideen umsetzen? Das wollen wir mit denjenigen diskutieren, die das technische Know-how in Sachen organischer und gedruckter Elektronik besitzen. Die LOPEC bietet uns dafür die ideale Plattform.

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Die LOPEC umfasst als führende Veranstaltung für gedruckte Elektronik alle Bereiche der Wertschöpfungskette: Forschung, Entwicklung und Anwendung.

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