LOPEC Web Seminar – Gedruckte Elektronik in der Automobil- und Luftfahrtbranche

Als führende Fachmesse und wichtigster Kongress für gedruckte Elektronik ist die LOPEC Impulsgeber und gleichzeitig Informationsplattform für die gesamte Branche – und das an 365 Tagen im Jahr. Mit regelmäßigen Web Seminaren beispielsweise, ermöglicht die LOPEC Ausstellern und Besuchern einen digitalen Austausch. Mit über 190 Teilnehmern fand am 10. September erfolgreich die zweite Ausgabe der Web Seminar-Reihe statt. Zum Thema Printed electronics in 3D: Applications in the automotive and avionics industries präsentierten Experten neue Lösungen und Anwendungen. Im nachfolgenden finden Sie hier eine Zusammenfassung der Vorträge:

Von Sensoren in Passagiersitzen über elektrochrome Fenster bis zu ultraflachen Touchscreens im Cockpit: Das LOPEC Fokusthema Mobility zeigt, dass zahlreiche Anwendungen der gedruckten Elektronik bereits im Einsatz sind oder schon bald in Serienproduktion gehen. Die Vorteile, die aus der Nutzung der Technologie entstehen, skizzierte Wolfgang Mildner, General Chair der LOPEC, in seiner Eröffnungsmoderation:

Sensoren, Beleuchtung, Datenverarbeitung – das Auto von morgen wird mit immer mehr anspruchsvollen elektronischen Zusatzfunktionen ausgestattet. Mit gedruckter Elektronik lässt sich diese Integration am besten realisieren – und das bei großer Designfreiheit.

Wolfgang Mildner, General Chair der LOPEC


Entwicklung gedruckter Elektronik im Bereich Automotive

Zum Auftakt des Web Seminars betonte Ashutosh Tomar (Jaguar Land Rover) die Erwartung der Konsumenten an die Zukunft der Mobilität. Sie wollen nicht mehr nur ein Transportmittel, sondern erwarten, dass sich ihr digitales Leben auch dort widerspiegelt. Dadurch nehme laut Tomar die Bedeutung der gedruckten Elektronik für die Automobilbranche deutlich zu, denn die Technologie bietet entscheidende Mehrwerte. Beispiel Verkabelung der einzelnen Computer-Systeme: heute ist die Verkabelung der bis zu 80 verschiedenen Computer-Systeme in einem Fahrzeug aufwändig, bedeutet gleichzeitig ein hohes Gewicht und stellt ein Hindernis für den Komfort des Fahrgastes dar. Hier kommt für Tomar gedruckte Elektronik ins Spiel, die sich sowohl in weiche Oberflächen, z. B. Stoffe, als auch durch In-Mold-Verfahren und 3D-Druck integrieren lässt. Wichtigster Grundsatz für Tomar ist:

Gedruckte Elektronik ist essenziell. Denn unsere Designer sollen frei sein in der Gestaltung der Fahrzeuge und sollten nicht durch die Elektronik im Hintergrund eingeschränkt werden.

Ashutosh Tomar, Jaguar Land Rover


Automotive – Der Weg zur vollständig integrierten Human Machine Interface (HMI)

Dr. Erhard Barho (Contintental) erläuterte verschiedene Ansätze für Oberflächenkonstruktionen. Er unterstreicht Tomars Ansicht zur Wahrnehmung der Konsumenten hinsichtlich der Erwartung an Fahrzeuge: autonomes Fahren, Personalisierung und Nachhaltigkeit stehen heute im Vordergrund. In seiner Arbeit hat sich Dr. Barho integrierten Human Machine Interfaces (HMI) verschrieben. Die Vision: ein sehr reduziertes Cockpit ohne Abstriche bei den Funktionen zu machen. Gedruckte Elektronik ist aus seiner Sicht der Schlüssel, diese Vision realisieren zu können. Wie weit Continental damit bereits ist, plante das Unternehmen auf der LOPEC 2020 vorzustellen. Dort hätten Sie den Prototyp für ein Cockpit mit gedruckten Lautsprechern, Displays, Touchpad, Heizelementen, LEDs und transparenten Oberflächen präsentiert. Für die Zukunft hat Dr. Bahro eine deutliche Botschaft:

Die Aufgabe für alle Beteiligten besteht darin, gedruckte Elektronik verstärkt bei HMI und Automotive einzusetzen, damit noch mehr Anwendungen in Serienreife gehen können.

Dr. Erhard Barho, Contintental


Elektrisch funktionalisierte Kabinenelemente für ein neues Passagier-Erlebnis

Jan Fröhlich (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) stellte seine Forschungsberichte zu elektrisch funktionalisierten Elementen in der Luftfahrt vor. Anstoß für seine Forschung gab der Airbus 320, in dem heutzutage 100km Kupferkabel verbaut sind. Problem: Die Verkabelung verursacht neben einer aufwändigen manuellen Montage auch ein hohes Gewicht und braucht sehr viel Platz. Zu den ersten Forschungsprojekten zählten deshalb unter anderem gedruckte Heizungen sowie Touchscreens, um die Verkabelungen zu reduzieren und durch gedruckte Leiterbahnen zu ersetzen. Langfristiges Ziel ist es, gedruckte Sensoren und Antennensysteme in Kabinenverkleidungen zu integrieren. Mit Blick auf die Zukunft äußert sich Fröhlich optimistisch:

Die hohe Nachfrage nach integrierten Sensoren und Antennensystemen zeigt den Bedarf an gedruckter Elektronik sehr deutlich. Nun gilt es an zuverlässigen Anwendungen zu arbeiten.

Jan Fröhlich, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Bei der Umsetzung von neuen Anwendungen mit gedruckter Elektronik ist Team-Arbeit gefragt. Das bestätigten auch die Sprecher. Um den richtigen Partner zu finden, ist die LOPEC die ideale Plattform, denn dort kommen Experten, von der Forschung bis zur Anwendung, zusammen und diskutieren aktuelle Entwicklungen.

Sie möchten das Web Seminar in voller Länge verfolgen? Die Aufzeichnung stellen wir auf der Website zur Verfügung - gleich rein schauen!